Rosdorfer Erklärung

Mit der Rosdorfer Erklärung fordern wir die politisch Verantwortlichen im Ort und in der Gemeinde, im Landkreis, in Land und Bund auf, sich für die Anerkennung der Tat als politisch motiviertes Verbrechen einzusetzen und die dafür nötigen juristischen Rahmenbedingungen zu schaffen. Den gesamten Text der Erklärung kannst du unter dem Formular lesen.

Ich unterstütze die Rosdorfer Erklärung und fordere die Anerkennung des Mordes an Alexander Selchow als politisch motiviertes Verbrechen.

Rosdorfer Erklärung – jetzt unterschreiben!

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Rosdorfer Erklärung

Der Neonazi-Mord an Alexander Selchow muss als politisch motiviertes Verbrechen anerkannt werden!

In der Neujahrsnacht 1990/91 wurde der 21jährige Rosdorfer Alexander Selchow auf dem Nachhauseweg von zwei rechtsextremen Tätern durch Messerstiche so schwer verletzt, dass er verstarb.

Der Tod von Alexander beschäftigt uns auch nach 30 Jahren sehr. Wir sind eine Arbeitsgruppe von Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde Rosdorf und kommen aus allen im Ortsrat vertretenen Parteien und Gruppen, sind zum Teil auch nicht politisch organisiert. Uns eint die Überzeugung, dass jedwede Form von Gewalt kein Mittel der politischen Auseinandersetzung sein darf. Wir verfolgen das Ziel, dass im Ort Rosdorf an den Mord an Alexander Selchow dauerhaft erinnert wird und haben dafür ein Gedenkprojekt ins Leben gerufen, an dem sich viele Rosdorfer*innen beteiligen.

Es ist uns unverständlich, warum der Mord an Alexander Selchow durch rechtsextreme Täter immer noch nicht als politischer Mord eingestuft wird. Zahlreiche Organisationen, wie die Amadeu-Antonio-Stiftung, zählen ihn eindeutig zu den politisch motivierten Tötungsdelikten. Wir fordern, dass sich auch Behörden und Politik zu dieser Sichtweise bekennen.

Die Täter kamen aus Netzwerken von Neonazis, die noch heute aktiv sind und zahlreiche Gewalttaten im Landkreis Göttingen verantworten. Beide Täter waren Mitglieder der Freiheitlichen Deutschen Arbeiter Partei (FAP, seit 1995 als rechtsextrem eingestuft und verboten). Im Gerichtsverfahren gab der Haupttäter zu Protokoll, er sei in der Tatnacht mit dem Vorhaben durch Rosdorf gezogen, „noch herumschwirrende Linke durchzuklopfen“.

Mehr als 200 durch Rechtsextremist*innen getötete Menschen seit 1990 in Deutschland belegen, wie wichtig es ist, klare Signale der Ablehnung von rassistischem und nazistischem Gedankengut in die Gesellschaft zu senden. Die Gefahr durch die extreme Rechte besteht nach wie vor: Das zeigen immer wieder Vorfälle wie die von Hanau, Halle oder die NSU-Morde. In den 1990er Jahren, als Alexander Selchow starb, aber auch heute noch bestand und besteht die Tendenz bei Strafverfolgungsorganen und in Teilen der Öffentlichkeit, rassistische Morde herunterzuspielen. Sie werden als bedauerliche „Auseinandersetzungen rivalisierender Jugendbanden“, als Taten psychisch auffälliger Einzeltäter oder schlicht als „Dönermorde“ verharmlost.

Wir sind überzeugt: Nur durch Erinnern, klares Benennen und eine dauerhafte Auseinandersetzung mit rechtsextremen Vorfällen kann eine Sensibilisierung der Gesellschaft erreicht werden. Nur Erinnerung, klare Benennung und kontinuierliche Beschäftigung können solche Taten langfristig verhindern. Darum sind wir in Rosdorf aktiv geworden. Wir fordern die politisch Verantwortlichen im Ort und in der Gemeinde, im Landkreis, in Land und Bund auf, sich für die Anerkennung der Tat als politisch motiviertes Verbrechen einzusetzen und die dafür nötigen juristischen Rahmenbedingungen zu schaffen.